Faszination Automat, die erste

Das Thema Automaten lässt diesen Blog lustigerweise nicht los. Ihr erinnert euch an meinen Fund in Franken und Tines Fund in Berlin? Vor ein paar Tagen habe ich als Antwort darauf eine Nachricht von Klaus erhalten, auch ein Automaten-Fan – zumindest seitdem er einen alten Strumpfautomaten bei einem Schrotthändler entdeckt und sich dazu entschieden hatte ihn zu retten. Seit heute morgen beim Zähneputzen stelle ich mir die Frage: warum finden wir das nur alle so toll?

Das Begehren nach der Belebung des Unbelebten ist uralt. Automaten1 wurden schon im Altertum als Mechanismen gebaut, die Bewegungen und Verrichtungen lebender Wesen nachahmten (künstliche Menschen).

Schreibt Latica Bilopavlovic in ihrer Hausarbeit “Automatenmenschen bei E.T.A. Hoffmann im besonderen Hinblick auf seine Erzählung – Der Sandmann“, 1999. Laut Wikipedia kamen die ersten Verkaufsautomaten Ende des 19. Jahrhunderts nach Deutschland. Klar Industrialisierung und so, da mussten Maschinen ja für alles herhalten. Am Ende auch zum Strümpfe verkaufen.
In Deutschland war Nylon nach Ende des zweiten Weltkriegs ein teures Gut – aber ein Muss für die moderne Frau. Anfangs war der Schwarzmarkt der Strumpf-Umschlagsplatz schlechthin. Damals hat man Strümpfe sogar noch raparieren lassen können – kein Wunder bei einem Preis von an die 40 Mark.  – 40 Mark in einen Automaten stopfen? Seriously?! – Das hat sich offenbar irgendwann geändert: Die restlichen Strümpfe in Klaus’ Automaten haben noch 2,95 DM gekostet.

Strümpfe und Automaten zusammenzubringen war damals also nicht schwer: Automaten waren “in”, genauso wie Strümpfe. Hinzu kamen begrenzte Öffnungszeiten und Kleiderschränke, die mit Sicherheit weniger Auswahl boten als heute, schon gar nicht an teuren Nylons. Wann genau dem Treiben ein Ende gesetzt wurde, weiss ich nicht. Mit Sicherheit hat der Preis von 2,95 DM damit etwas zu tun, dass es jetzt Strumpfautomaten nur noch beim Schrotthändler gibt. Um so schöner, dass sich jemand wie Klaus der Sache annimmt und diesem kleinen Stück Geschichte zu neuem Glanz verhilft.

Total verrottet und voller Nussschalen (von den Mäusen)

so habe Klaus seinen Automaten gefunden, schreibt er. Nach einer Reinigung habe er den Automaten sandgestrahlt und neu lackiert. Auch die Mechanik habe er wieder instandsetzen können – allerdings musste er dafür erst alte DM-Münzen auf der Bank kaufen. Jetzt macht der alte Strumpfautomat wieder ganz schön was her, wie ich finde.

Und ganz ehrlich: wer würde nicht 1,50 Euro investieren, um zu sehen, was passiert?

Warum um alles in der Welt ist das so? Wir haben täglich mit Interfaces zu tun, in die wir etwas rein geben, um etwas heraus zu bekommen. Das ist also überhaupt gar nichts Neues. Verkaufsautomaten sind trotzdem noch so faszinierend, dass wir darüber Blogbeiträge verfassen und sie mittlerweile zu Kunst erkoren haben.

Meine Lösung gibt es nach der nächsten Maus. Davor hätte ich gerne eure Meinung! :)

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Quellen:
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/97832.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Automaten#Parallelgeschichte:_Dienstleistungs-.2C_Verkaufs-_und_Unterhaltungsautomaten
http://www.lokalkompass.de/castrop-rauxel/leute/strumpfautomat-fuer-den-sonntaeglichen-notfall-d362276.html
und Klaus Wilke – vielen lieben Dank für den Anstoss und all die Informationen und Bilder!!

 

 

One Thought on “Faszination Automat, die erste

  1. Ich sage nur ein Wort: Drücken!

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